Geschichte

Am 3. September 1895 gründeten dreizehn Riesbacher Schützen eine Gesellschaft, die sich das wettkampfmässige Schiessen zum Ziel setzte. In der frühen Zeit stammten alle Schützen aus dem Quartier Neumünster, das der Gesellschaft denn auch den Namen gab. Geschossen wurde zunächst auf dem offenen Feldstand in der Rehalp, oft bei kühler und regnerischer Witterung. Die Errichtung eines gedeckten Standes erschien als umso dringlicher. Er wurde am heutigen Standort gebaut und im September 1901 konnte der Schiessbetrieb aufgenommen werden. Die Gesellschaft wurde dort für rund hundert Jahre heimisch. Der Stand beherbergte insbesondere auch die 18 "Rehalpschiessen", die von 1904 bis 1953 durchgeführt wurden, und die jeweils zu den grössten Anlässen des Jahres in der Schweiz zu zählen waren. Er wurde auch von den Zolliker Schützen benützt, weshalb die Gemeinde Zollikon im Jahre 1953 einen hälftigen Anteil erwarb. Damit übernahm die Schiessplatzgemeinschaft Zollikon-Neumünster den Schiessbetrieb. Schliesslich wurde im Jahre 1971 der bisherige Pistolenstand im Wehrenbach in den Rehalpstand integriert, und es wurde eine Schützenstube angebaut, die das bisherige Gesellschaftslokal, das benachbarte Restaurant "Schützenhaus", zu ersetzen hatte.

Die Gewehrsektion errang schon bald nach der Gründung gute Erfolge. So erreichte sie nacheinander an den Eidgenössischen Schützenfesten von 1907 (Zürich), von 1910 (Bern) und von 1924 (Aarau) im Sektionswettkampf den ersten Rang, wozu ihr der Stadtrat von Zürich offiziell gratuliert hat. Auch auf internationalem Boden war sie in dieser frühen Zeit an vielen Wettkämpfen erfolgreich. Insbesondere nach dem Gewinn des internationalen Matches in Rom (1911) wurde ihr zuhause ein begeisterter Empfang zuteil. An der Schweizerischen Gruppenmeisterschaft, die seit 1950 durchgeführt wird, hält sie den Rekord von 25 Finalteilnahmen und 5 Siegen.

Die Zeit der im Jahre 1930 gegründeten Pistolensektion kam in den späten fünfziger Jahren; sie war damals fast unschlagbar. An vielen Kantonalschützenfesten gewann sie den Sektionswettkampf, gefolgt von einem Sieg am Eidgenössischen Schützenfest 1963 (Zürich). An der Schweizerischen Pistolengruppenmeisterschaft, die 1957 eingeführt wurde, verzeichnete sie bei 10 Finalteilnahmen 7 Siege.

Zu ihren Mitgliedern hat die Gesellschaft immer auch Meisterschützen zählen können. Eidgenössische Schützenkönige wurden Otto Horber, Robert Bürchler (mit dem Gewehr) und Alex Specker (mit der Pistole, zweimal). Auch auf internationalem Boden waren unsere Schützen erfolgreich. Hans Baur, Robert Bürchler, Otto Horber, Jakob Reich waren alle Weltmeister, und neuerdings wurde Alex Fröhlich (als Junior) Europameister. An Olympischen Spielen gewannen Robert Bürchler (Helsinki 1952) und Hans-Ruedi Spillmann (Rom 1960) die Silbermedaille. Viele Teilnahmen an Schweizermeisterschaften führten ebenfalls zu ersten Rängen.

Nach der Schliessung des Gewehrstandes auf der Rehalp wurde die Gesellschaft mit grosser Freundlichkeit auf dem Schiessplatz Höngg aufgenommen. Im Stand Rehalp wurde bis im August 2006 noch mit der Kleinkaliber- und der Druckluftwaffe geschossen, vor allem auch von der Juniorengruppe, die das Schiessen mit viel Schwung betreibt und auch an nationalen Meisterschaften beachtliche Erfolge aufweist.

In der Zwischenzeit ist die Liegenschaft umfassend der Schiessstand 300m und 25/50m mit Scheibenanlage, sowie die Schützenstube, mit Aral und 3'000m2 Grundfläche verkauft worden. Die Gebäude sind bereits abgerissen und machen einer Wohnüberbauung Platz.

Die Geschichte wurde vom Ehrengesellschafter Dr. Alfred Briner zusammengefasst.